Madonnen-Lilie

Sie bezaubert durch ihr strahlendes Weiss und stand bis ins Mittelalter für Heidentum. Weshalb diese Lilie nun trotzdem Madonnen-Lilie heisst, erklären wir hier.
Die würzig duftende Madonnen-Lilie (Lilium candidum) gehört zu den ältesten kultivierten Zierpflanzen überhaupt, denn sie wurde schon Mitte des dritten Jahrtausends v.Chr. in Kultur genommen. Die ersten Hinweise davon fand man in ägyptischen Texten aus der Zeit um 2500 v. Chr. Und Abbildungen davon finden sich auf Vasen aus Santorin (1500 v. Chr.). Auch assyrische Reliefs aus Ninive zeigen diese edle Lilienart, die damals für Reinheit und Unschuld, Stolz und Vornehmheit stand.
Christen verbanden sie bis ins Mittelalter mit Heidentum. Aber dann überzeugte ihre Schönheit. Und so wurde die Symbolik der Reinheit und Unschuld auch von ihnen übernommen. Viele Heilige und Kirchenväter bildete man als Zeichen ihrer Tugendhaftigkeit nun plötzlich mit Lilien ab. Und in christlichen Legenden wurde berichtet, dass der Erzengel Gabriel eine weisse Lilie in der Hand gehalten habe, als er Maria erschien, um ihr die Geburt Jesu anzukündigen.
Um die Unschuld zu unterstreichen, wurden Madonnen-Lilien meist ohne Stempel und Staubfäden dargestellt. Schliesslich wurde diese Lilienart zur Marien- oder Madonnenblume schlechthin, was auch den umgangssprachlichen Namen «Madonnen-Lilie» erklärt. Ihren botanischen Namen (Lilium candidum) hingegen erhielt sie 1753 durch den Naturforscher Carl von Linné, wobei «candidum» so viel wie «strahlend weiss» bedeutet.

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