Feuer-Lilie

Sie hält Unwetter fern, erleichtert den Hennen das Brüten, hilft bei der Partnersuche und ist sogar Schönheits-Elixier: Hier erfahren Sie einiges über die Feuer-Lilie.
Die in Europa weitverbreitetste Wildlilienart ist die orangefarbene Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum). Unter den vielen stark duftenden Lilienarten ist sie eine duftlose Ausnahme. Sie wird von Tagfaltern bestäubt, die sich bei ihrer Arbeit auf eines der Blütenblätter setzen. An deren Basis verläuft eine sogenannte Nektarrinne. In diese führt der Tagfalter seinen Rüssel ein und gelangt so zum Nektar.
Um die Feuer-Lilie ranken sich spannende Legenden. So glaubte man beispielsweise in der Schweiz, dass die Blume Blitze anzieht, wenn sie im Haus ist. Die Blumenzwiebeln hingegen waren positiv besetzt. Deshalb schob man brütenden Hennen die in den Blattachseln der Pflanze wachsenden Brut-Zwiebelchen unter, um das Ausbrüten erfolgreich zu gestalten. Wenn sie hingegen Menschen bei sich trugen, waren sie erfolgreich beim andern Geschlecht. Nicht zuletzt ergaben die Zwiebeln der Feuer-Lilie einen guten Kaffee-Ersatz. Und aus den Blüten stellte man eine orangerote Malerfarbe her und gewann aus ihnen erst noch ein Schönheits-Elixier, das als Mittel gegen Sommersprossen galt.
Kein Wunder, hatte die Feuer-Lilie noch andere Namen. Denn umgangssprachlich hiess sie auch Donnerblume, Brandlilie, Füürblueme oder - im bündnerischen Puschlav - Flur da San Giuan (Sankt Johannes-Blume). Letzteres, weil sie am 24. Juni (Johannistag) ins Johannisfeuer geworfen wurde, um Unwetter fernzuhalten.

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